Pages: [1]   Go Down
  Print  
Author Topic: Elfriede Jelinek on suicide and apple sauce  (Read 4582 times)
Suzanne
Site Admin
Glorious Nosebleed
******
Offline Offline

Gender: Female
Posts: 5.098



WWW
« on: Nov 27, 2004, 15:17 »

Excerpt from Andre Müller's brave attempt to interview Nobel Prize-winning Elfriede Jelinek for the Berliner Zeitung:

Quote
Müller: Wie stellen Sie sich Ihr Alter vor?

Jelinek: Schrecklich! Vor dem Alter habe ich panische Angst, seit ich bei meiner Mutter diesen Verfallsprozess miterlebt habe. Also, bevor es mit mir so weit kommt, hoffe ich, dass ich es schaffe, mich umzubringen. Man müsste dann einen Arzt kennen, der einem hilft. Denn ich könnte es nur mit Tabletten machen, auf die sanfte Art. Ich könnte mich nicht erhängen. Man muss die Tabletten, damit man sie nicht auskotzt, mit Apfelmus mischen.

Müller: Ach!

Jelinek: Ja, und vorher noch zusätzlich Valium schlucken.

Müller: Sie sind furchtbar. Ich kann mit Ihnen kein professionelles Interview führen.

Jelinek: Ich entwaffne Sie.

Müller: Ja.

Jelinek: ... weil Sie sehen, dass ich wirklich hilflos bin.

Müller: Ja, und ich kann Ihnen nicht helfen.

Jelinek: Mir kann niemand helfen. Aber mit Ihnen rede ich gern. Ich bin nur so erschöpft momentan. Sie sehen jetzt, wie jemand verfällt, der zu lange keiner menschlichen Gesellschaft ausgesetzt war.

Müller: Ich bin auch erschöpft.

Jelinek: Ja, fein. Wenn Sie auch verfallen, ist es gut.

(Found in today's Perlentaucher)

Arrow Read complete interview
Arrow Jelinek's sickly sweet website
Logged

Suzanne
Site Admin
Glorious Nosebleed
******
Offline Offline

Gender: Female
Posts: 5.098



WWW
« Reply #1 on: Apr 19, 2006, 16:22 »

Brilliant Jelinek caricature by Bernd Ertl

Logged

Pages: [1]   Go Up
  Print  
 
Jump to: